Albert Schweitzer (* 14. Januar 1875 in Kaysersberg im
Oberelsass bei Colmar; † 4. September 1965 in Lambaréné, Gabun) war ein
evangelischer Theologe, Organist, Musikforscher, Philosoph und Arzt. Als Arzt
gründete Schweitzer das Krankenhaus in Lambaréné im Gabun. Er erhielt 1952 den
Friedensnobelpreis. Vor und neben seiner Tätigkeit in Lambaréné veröffentlichte
Albert Schweitzer seine theologischen und philosophischen Ansichten, seine Arbeiten
zur Musik, insbesondere zu Johann Sebastian Bach, aber auch Autobiographisches
in zahlreichen und viel beachteten Werken. Er war auch Mitherausgeber einer
Ausgabe von Bachs Orgelwerken.

Schweitzer stammte aus einer alemannisch-elsässischen
Familie. Nach seinem Abitur 1893 studierte Albert Schweitzer an der Universität
Straßburg die Fächer Theologie und Philosophie; daneben studierte er in Paris
bei Charles-Marie Widor Orgel und war Mitglied der Wilhelmitana-Studentenverbindung
im Schwarzburgbund. Nach seinem Studium promovierte er 1899 in Berlin im Fach
Philosophie und 1901 im Fach Theologie und wurde 1902 Professor der Theologie.
Von 1905 bis 1913 studierte Albert Schweitzer Medizin in Lüttich mit dem Ziel,
in Afrika (Gabun) als Missionsarzt tätig zu werden. Schweitzer schrieb 1905 die französische Ausgabe von Johann
Sébastien Bach, auf die drei Jahre später 1908 seine neu verfasste deutsche
Bach-Monographie folgte. 1913 folgte seine medizinische Doktorarbeit und im gleichen
Jahr setzte er sein Vorhaben in die Tat um und gründete in Französisch-Äquatorialafrika
(heute Gabun), am Ogooué, einem 1200 km langen Fluss der afrikanischen Westküste,
das Urwaldhospital Lambaréné.
Schon ab 1914, als der Erste Weltkrieg ausbrach,
wurden er und seine Frau Helene, eine Schullehrerin, als Deutsche von der französischen
Armee unter Hausarrest gestellt. 1917, erschöpft von mehr als vier Jahren Arbeit und von
einer Art tropischer Anämie, wurde das Ehepaar Schweitzer festgenommen, von
Afrika nach Frankreich überführt und in Bordeaux, Garaison und dann St. Rémy de
Provence bis Juli 1918 interniert. Diese Zeit nutzte Albert zur Entwicklung und
zum Ausbau seiner Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben. Zentral für diese Ethik
ist der Satz: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben
will.“ Nach dem Krieg kamen sie 1918 ins Elsass zurück, das
inzwischen Frankreich wieder angeschlossen worden war. Dort erhielt Albert
Schweitzer die französische Nationalität, nahm wieder die Stelle als Vikar in
St. Nikolai an und trat als Assistenzarzt in ein Straßburger Spital ein. Dank des schwedischen Bischofs Nathan Söderblom konnte
Albert Schweitzer ab 1920 in Schweden Vorträge über seine Ethik der „Ehrfurcht
vor dem Leben“ halten, mittels Orgelkonzerten seine Schulden bezahlen und Geld
für die Rückkehr 1924 nach Afrika verdienen, um dort das Urwaldhospital
auszubauen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ihm viel öffentliche Ehre
zuteil. In den 1950er Jahren galt sein Einsatz dem Stop von weiteren Tests mit
Atombomben. 1951 erhielt er den "Friedenspreis des Deutschen Buchhandels".
Am 10. Dezember 1953 wurde Albert Schweitzer mit dem Friedensnobelpreis
bedacht. Im Jahr 1959 wurde er Ehrenbürger der Stadt Frankfurt am Main. In
einem für Europäer kaum erträglichen Klima setzte sich Schweitzer bis zu seinem
Tod den Anstrengungen der ärztlichen Tätigkeit aus, ohne dabei seine kulturphilosophischen
Studien zu vernachlässigen.
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