ABSCHIED FÜR SCHÜLER UND SCHULLEITER
Mehr als 500 Absolventen hat die Albert-Schweitzer-Schule gestern verabschiedet – und ihren langjährigen Leiter Erwin Eisenmann
Schwarzwald-Baar (cn) Sie konnten ihre Freude kaum unterdrücken und machten ihr immer wieder mit jubelndem Zwischenapplaus Luft: Mehr als 500 Schülerinnen und Schüler feierten am gestrigen Freitag ihren erfolgreichen Abschluss an der Albert-Schweitzer-Schule in VS-Villingen. Dies in 20 verschiedenen berufsorientierten Schularten, hob Leiter Erwin Eisenmann hervor, dem wohl selbst mulmig zumute war. Er wurde nach 17 Jahren in den Ruhestand verabschiedet.
Das Kollegium bestehe aus „qualitätsbewussten Idealisten“, die auch im vergangenen Jahr enormes kreatives Potenzial frei gesetzt hätten, um die wachsenden Aufgaben zu bewältigen. Dies auch bei großen Gemeinschaftsprojekten wie Mitwirkung an der Landesgartenschau, Gestaltung des deutsch-französischen Gartens in Winthenheim zusammen mit Partnerschülern vom dortigen Lycée de Pflixbourg, Bau einer riesigen Freiluftmodelleisenbahn und vieles mehr. Rückblickend streifte Eisenmann den erfolgreichen Start von Sozialwissenschaftlichem Gymnasium und Fachschule für Sozialpädagogik und lobte das soziale Engagement der gesamten Schulgemeinschaft. Sie hat Spenden für die Erdbebenopfer in Haiti gesammelt und sich wie seit Jahren um den Patensohn Asret im kirgisischen Kinderheim Belovodskoje gekümmert. Später überreichte SMV-Sprecherin Sandra Hendrick der Fördervereinsvorsitzenden Elke Heppler einen Scheck über die stolze Summe von 1 600 Euro, die im zu Ende gehenden Schuljahr zusammengetragen wurde.
Die Absolventen seien mit „gutem Rüstzeug“ für ihre Zukunft ausgestattet, Nachhaltigkeit sei ein gemeinsames Thema. Eisenmann ermunterte die Entlassschüler, sich „quer zum Zeitgeist“ zu stellen und sich nicht auf ein „Wettrennen ohne Ziellinie“ einzulassen. Manfred Pfaff schloss sich seinen Glückwünschen an. Neben Wissen seien in der Schule Eigenschaften wie soziale Kompetenz, Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit vermittelt worden, die ständig vertieft werden müssten. „Gefragt ist lebenslanges Lernen.“
Der scheidende Schulleiter habe sich mit ausgeprägten Verantwortungsgefühl und großer Belastbarkeit um das „überzeugende Profil“ der facettenreichen Schule mit ihren rund 1000 Schülerinnen und Schülern verdient gemacht. Der Erweiterungsbau, in den der Landkreis rund 1,6 Millionen Euro investiert, sei „krönender Abschluss“ seines Berufslebens. Eisenmann sei mit „Leib und Seele“ Lehrer und Schulleiter gewesen, der sich auch konstruktiv in die bildungspolitische Diskussion eingemischt habe.
Schulsprecher Max Schaffert dankte dem Schulleiter, dem Kollegium und Mitschülern für „eine gute Zeit mit vielen schönen Momenten“. Die Feier wurde mit musikalischem Schwung von Schulband und Chor unter Leitung von Markus Hebsacker umrahmt.
Christina Nack, Südkurier 24.07.2010